Alt und Jung - Miteinander und Füreinander
Die demographische Veränderung unserer Gesellschaft fordert ein Umdenken im Umgang mit unseren Seniorinnen und Senioren. Sie haben einerseits unser Land aufgebaut und so ihre Rente verdient andererseits muss aber das ganze System bezahlbar bleiben. Dies gilt es in kürzester Zeit zu gestalten.
1. Eine gezielte palliativ-medizinischer Betreuung der alternden Bevölkerung, sowohl ambulant aber auch in Hospizen, wird Ärzte und Krankenhäuser entlasten und Mehrfachuntersuchungen verhindern, was auch den Alltag dieser Patienten angenehmer und fürsorglicher werden lässt. Nicht zuletzt würde das Budget der Krankenkassen erheblich entlastet. Auf diesem Gebiet besteht noch ein hoher Nachholbedarf. Die Altersforschung hat längst die notwendigen Vorarbeiten geleistet. Es muss jetzt politisch umgesetzt werden.
Deshalb wurde auf dem letzten SPD-Landesparteitag beschlossen, dass an die Gesundheitsministerkonferenz folgende Forderung gestellt wird: Die Approbationsordnung der Ärzte soll dahingehend geändert werden, dass Palliativmedizin zum Pflichtfach eines jeden Humanmedizinstudiums gemacht wird.
Dafür werde ich mich im Deutschen Bundestag stark machen.
Mit der Einrichtung eines Lehrstuhls für Palliativmedizin in Mecklenburg-Vorpommern will unser Bundesland schon einmal beginnen, so der Parteitagsbeschluss.
2. Die Businessgesellschaft von heute muss es erst wieder lernen, dass sich alle Generationen im Leben brauchen. Es nützt nichts, dass die Jungen auf die Alten schimpfen oder umgekehrt. Wir waren alle einmal Kinder, die den anderen auch mal auf die Nerven gingen. Und wir werden alle mal alt und sind dann auf die Hilfe der Jüngeren angewiesen.
Deshalb müssen wir dafür sorgen, dass das Zusammenleben der Generationen wieder zur Selbstverständlichkeit wird. Die alte Großfamilie ist sicher nur noch vereinzelt lebbar. Das ist dem Zeitgeist geschuldet. Aber es gibt Formen des Zusammenlebens, die Alt und Jung wieder zusammenführen. Alt und Jung vor allem außerhalb der eigenen Familie. Wenn die Kinder wegen ihrer Arbeit wegziehen mussten, dann kann man sich um Wahlkinder und -enkel kümmern. Wenn Oma und Opa weit weg wohnen, dann gibt es bestimmt nette Nachbarn, die diese Lücke teilweise ausfüllen können.
Neue Wege werden z.B. mit Mehrgenerationenhäusern, Familienzentren, Senioren-WG?s und vielen anderen Projekten beschritten. Stadtplaner und Soziologen müssen dafür sorgen, dass Wohngebiete von vornherein zu gleichen Teilen Spielplätze, Kindergärten und Schulen, aber auch Senioreneinrichtungen, Familienzentren, soziale Dienste und ein reichhaltiges kulturelles Angebot ausstatten. Damit entstünde wieder eine Verzahnung der Generationen, die ein Miteinander befördern würde und darüber hinaus auch noch viel Geld sparen würde.
Selbstverständlich ist dazu auch notwendig, dass sich die Menschen darauf auch einlassen. Ehrenamtliches Engagement ist hier wie noch nie in besonderem Maße gefordert. Alles kann eben ein Staat nicht leisten. Ehrenamtliche Arbeit in Krankenhäusern, Heimen, Schulen, Kindergärten und Vereinen bieten ein weites Betätigungsfeld für Seniorinnen und Senioren. Vorlesen, Erzählen, Singen, Basteln, Werken, Schach- und Skatspielen u.s.w. mit Kindern hält jung, macht allen Spaß, fördert das gegenseitigen Verständnis. Nicht zuletzt werden die Kinder so von den Fernsehern weggeholt, die Phantasie gefördert und damit ein wichtiges gesellschaftliches Feld gefördert. Der Phantasie sind hier keine Grenzen gesetzt.
Ich will mich dafür einsetzen, dass solche Entwicklungen eine gute finanzielle Basis bekommen.
3. Es muss mit dem Vorurteil aufgeräumt werden, dass eine Stationäre Unterbringung immer die schlechteste Lösung ist. So wie Kindergärten und Schulen ihre Berechtigung haben, haben diese auch Altersgerechte Wohnungen, Senioren- und Pflegeheime. Die familiären Verhältnisse sind höchst unterschiedlich. Eine dauerhafte Pflege von Schwerstpflegebedürftigen ist eine Belastung, die gelernt sein will. Mit gutem Willen allein ist es da nicht getan.
Ich bin stolz darauf, dass es auf Usedom keine Pflegeinrichtungen gibt, wie sie in den Medien immer wieder negativ beklagt werden. Auf Usedom muss keiner vor diesem Schritt Angsthaben. Ausnahmslos werden die zu Pflegenden liebevoll und fachlich versiert betreut. Seit diesem Jahr wird auch den altersverwirrten Menschen besondere Fürsorge zuteil. Und die Heime sind gepflegt eingerichtet und erschwinglich für wirklich jeden Geldbeutel, weil der Staat genau dafür gezielt gesorgt hat.
Auf Bundesebene will ich mich darum, dass solche Standards allgemeingültig werden und dass Profitgier aus dem Pflegebereich verschwindet.
